sidebyside

                    Kunstprojekt deutscher und palästinensischer Künstler

 

 

 

 

 

 

 

Der Orient ist eine Konstruktion der westlichen Welt.

Dieses projizierte Bild prägte über ein Jahrhundert der

Kolonialisierung und Befreiung auch die kulturelle Selbst-

wahrnehmung im Nahen Osten. Während sich die aktuelle

Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsszene der arabischen

Welt intensiv mit dem Aufbrechen dieser  Zuschreibungen

konfrontiert, leben die Orientalismen des 19. Jahrhunderts

 in der westlichen Welt fort.

Die neue Künstlergeneration steht für einen Paradigmen-

wechsel in der künstlerischen Entwicklung des Nahen  

Ostens.

Sie setzt sich ebenso kritisch mit dem Orientbild des Westens

Auseinander, wie mit den sozialen, moralischen und politischen

Bedingungen in ihrer Region. Das manifestiert sich auch in der

Auseinandersetzung mit tabuisierten Themen.

Diese neue Kunst ist politische Kunst, aber nicht als politisches

Statement, sondern als eine Kunst, die moralische Kategorien,

die politische und religiöse Herrschaftsformen reflektiert und

aufbricht.

Gerade die Entscheidung der palästinenschen Künstler

in diesem schwierigen Umfeld zu Bilder malen und auf diesem

Weg zu wirken,verdient unsere Unterstützung.

Durch eine Reise nach Ramallah entstand der Kontakt zu der

Künstlergruppe Al Mahatta, die sich zusammengeschlossen

haben und seit 2008 in einer 650 qm großen Tiefgarage ein

nationales und internationales Ausstellungsprojekt zu

organisieren.

                                           


                                      

                                                                                                                       

Im persönlichen Kontakt zu mehreren Künstlern von Al Mahatta   

entstand die Idee zum folgenden Projekt.

In diesem Projekt sidebyside soll vor allem Grenze Thema sein.

Das formale Setting ünterstützt das Thema und bildet den Raum

für die Nuancen des Nebeneinander, des Unterschiedlichen, des

Gleichen, der Grenzüberschreitung und des Durchlässigen.

Alle beteiligten Künstlern beginnen eine gemeinsame Suche

nach Bildern, arbeiten an ihrer Enstehung und üben in Folge

auch soziale und kommunikative Prozesse.

 

  

 

       

Mit dem Projekt wollen wir als bildende Künstler in Dialog mit Künstlern aus der  islamischen Welt treten und neue Formen des Zuhörens und der Kooperation entwickeln. Neben der Arbeit im Atelier gibt es einen dialogischen Teil des Projekts,der im „virtuellen“ Atelier stattfindet. Dazu gibt es mit www.sidebyside.jimdo.com

eine Kommunikations- und Arbeitsplattform, die für alle, am Projekt beteiligten Künstler nutzbar.

 

 

 

Unser  virtuelles Atelier gliedert drei zu nutzende Bereiche:

pool – studio - readys.

             Die teilnehmenden Künstler können sich auf der Website

             einloggen, in den o.g.Sets Bilddateien up- und downloaden

und damit den Fortgang des Projekt aktiv gestalten.

Am Anfang werden von allen Künstlern viele Bilder,

Zeichnungen, Fotografien und Texte in einen, sich stetig

füllenden pool eingebracht. Dabei werden sich verschiedene

individuelle und gemeinsame Themen herauskristallisieren.

Der visuelle Dialog kann beginnen, wenn jemand zwei oder

auch mehrere  Bilder aus dem pool zu einem neuen „Bild“

montiert und dieser Kontext eine neue Bildqualität hervorbringt.

Dabei können die Originalbilder aus dem pool z.B. bereits

durch Ausschnittwahl, Reduktion von Farbe auf                           

schwarz- weiss Format, durch Übermalungen u.v.m. verändert

werden.

             Das Bildmaterial kann von allen benutzt und verändert             

             werden.

Jede neue Bildkombination bekommt mit einer wall ihren

eigenen Platz im studio und so können auch Dialoge parallel  

verlaufen (wall 1,wall 2,wall 3 usw.).Die sich daraus entwick-

elnde gemeinsame künstlerische Begegnung und  Zusammen-

arbeit kann für jeden Künstler Gestaltungsimpulse erbringen,

die sich bis in die spätere Weiterarbeit des „eigenen“ zu Ende

geführten Bildes auswirken. Damit wird die Idee und die Möglich-

keit angesprochen, wie aus einen gemeinsam geführten

Inspirationsprozeß sich individuelle Bilder „formulieren“ könnten

 

 

 

Dieser Prozess soll in einer Dokumentation

veröffentlicht werden und zu Beginn der

Ausstellung in Ramallah und Bonn

vorliegen. Die Öffentlichkeit kann parti-

zipieren und den Verlauf über die gesamte

Projektdauer im Internet verfolgen und

kommentieren. Durch dieses Projekt soll

eine auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit

angelegte Vernetzung von Arbeitsstrukturen

aufgebaut werden. Das Projekt will einen

Beitrag zur stärkeren Wahrnehmung und

Zusammenarbeit des internationalen Kunst-

betriebs mit der palästinensischen bzw.

“orientalischen“  Kunstszene leisten.

Aus der, in dem Projekt beschriebene

Zusammenarbeit der Künstler entstehen

Bilder mit unterschiedlichster und vor allem

gemischter Autorenschaft. Dem Prozeß

des gegenseitigen zur  Verfügungstellens wird

beim Verkauf von Werken entsprochen, indem

die Einnahmen nach einem Schlüssel

gemeinsam aufgeteilt werden. So können dann

z.B. die Einnahmen von Bildern, die in Deutschland

fertiggestellt und verkauft wurden, zum Teil

den Künstlern aus Palästina und umgekehrt zufliessen.Diese Aspekt ist im Zusammenhang

mit der  Langfristig- und Nachhaltigkeit des

Projekts zu sehen.  

 

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                                                                                   Thema des Projekts:

 

 

Das Projekt ist assoziativ und prozessual angelegt. Es sollen nicht festumrissene Sachverhalte, sondern ein, aus Bruchstücken Zusammenwachsendes, Notizenartiges entstehen, welches das bisherige immer auch als Vorläufiges erscheinen lässt - am Anfang ein Verzicht von Eindeutigkeit und Endgültigem. So kann die Sicht und Interpretation im Fluss gehalten werden und dem  künstlerischen Entstehungsprozeß von Bildern entsprechen. Dieser Schwebezustand des Zwischendaseins hat die Dimension des „uncommon sense“, wo auch alles neu verhandelt werden kann.

 

 

Durchgehendes Prinzip ist das Arbeiten mit der Grenze.

Es kann einerseits die Möglichkeit der Ab -und Einschließung

bedeuten, andererseits als Überschreitung, Nebeneinander und

Durchdringung interpretiert werden. Das sich Bewegen in

Grenzzonen ist stark ambivalent, Grenzüberschreitungen sind

notwendig für Erneuerungsprozeße.

Grenzübertritte gibt es in dem Projekt vielfach, z.B. durch den

Wechsel von virtuellem Raum zu Atelier, von Bildschirmbild zum

„analogen“ Bildträger, von Maus zum Pinsel oder Stift. Auch

das Nebeneinander unterschiedlicher Medien wie Foto, Bild,

Zeichnung und Text gibt Potenzial im oben genannten Sinne.

Das formale Montageprinzip des Nebeneinander zweier Bilder

in einem ist zugleich auch der Inhalt und Namensgeber für das

Projekt.

In der Kombination zweier oder auch mehrerer autonomer Bilder  

durch einen Künstlerin zu einem neuen Ganzen entsteht eine

Gleichzeitigkeit des Trennens und Verbindens. Dieses Motiv soll

von anderen aufgegriffen und weiterbearbeitet werden. Es ist

zu wählen, ob diese Gestaltung am Computer oder als

Atelierarbeit stattfindet. Dieser Prozeß kann je nach Interesse

viele Entwicklungsschritte haben. Jede Bildidee wird  durch das

Entstehungsdatum und die Autorenschaft erfasst und

chronologisch dokumentiert .

Dennoch ist der Prozess  so offen, dass jeder frei entscheiden

kann, an welchem Motiv aus einer „Kette“ er weiterarbeiten will-

kreative Brüche im Sinne des Themas sind gewollt.

Gänzlich neue Inszenierungen bekommen einen neuen, eigenen

Raum- sogenannte walls, in dem dieser Prozess stattfindet.

Es wird somit eine Vielzahl von „Staffeleien“ in diesem virtuellen

Atelier geben.

Betrachtet ein Autor seine Arbeit als abgeschlossen, steht es ihm

frei, dieses Bild  weiteren Veränderungen durch die anderen zu

entziehen und in eine „geschützte Ecke des Ateliers“,zu den

readys zu stellen. Damit dokumentiert er zugleich seine

Bereitschaft dieses Werk in der gemeinsamen Ausstellung

zu zeigen.

 

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                                                                             Infos zu Al Mahatta

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http://www.artdubai.ae/journal/2009/february/Al_Mahatta.html